Nürnberg und Wien haben ihre Würste. - Und Stettin? Ihre Äpfel: Der Rote Stettiner - auch bekannt als Mela di Stettino rossa, Rouge de Stettin oder Stetinske cervene - ist mit seinem saftigen süßsäuerlichen Geschmack, seiner jahrhundertealten Geschichte und seiner Robustheit gegenüber Schädlingsbefall sicher einer der besten Äpfel, die sich für Verzehr aber vor allem zur Vermostung eignen.
Laut dem Pomologen Werner Schuricht galt der Rote Stettiner (s. Abb. oben von Johann Freiherr von Aehrenthal in "Deutschlands Kernobstsorten") Ende des 18. Jahrhunderts übrigens noch als einer der bekanntesten deutschen Apfelsorten. Gepflückt wird er bis Mitte bzw. Ende Oktober. Wer die geernteten Stettiner dann auf Zeitungspapier lagert, kann ab Dezember ihre ganze Genussreife erleben und die Goldgelb-Rotenbäckigen dann bis zum Mai des Folgejahres verzehren. Das erklärt, warum er 1891 in der Publikation "Die wichtigsten deutschen Kernobstsorten" so beschrieben wurde;
„Sehr beliebter Dauerapfel für Winter und Frühjahr zu allen wirtschaftlichen Zwecken, der auf dem Markte stets gern gekauft wird; lässt sich auch gut versenden.“
In Bio-Qualität wurde der Rote Stettiner (Der Urheber der unteren Abb., eines sehr alten Druckes, ist leider unbekannt - Wir bitten um einen Hinweis, wenn dazu mehr bekannt ist) übrigens von etwa 5 bis 9 EUR / Kilogramm (2024) angeboten. Empfehlen lässt sich den Stettiner als Halbstamm im eigenen Garten anzupflanzen. Und: Es gibt auch Grüne Stettiner...
Übersichtskarte von Stettin:


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