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Ein Wal aus Stettin...

Zwei dampfbetriebene seegehende Eisbrecher gibt es noch in Deutschland, die "Stettin" und den "Wal". Letztere wurde bei den Stettiner Oderwerken mit der Baunummer "800" in Auftrag gegeben und lief in der Werft am 5. Mai 1938 vom Stapel, um sie am 20. Juni des gleichen Jahres beim Wasserstraßenmaschinenamt Rendsburg für den Eisbrechereinsatz auf dem Kaiser-Wilhelm-Kanal in Dienst zu stellten...

Die Zeiten, die die "Wal" im 2. Weltkrieg erlebte, waren bewegt: So ging sie u. a. während einer Kesselreparatur in der Rostocker Neptunwerft nach einem Bombentreffer am 26. April 1942 auf Grund, wurde wieder gehoben und flott gemacht, um dann auch Verwundeten- und Flüchtlingstransporte von Danzig über die Ostsee in den Westen durchzuführen. In der Nachkriegszeit wieder auf dem Kaiser-Wilhelm-Kanal (ab 1948: Nord-Ostsee-Kanal) im Einsatz, half die "Wal" auch beim Aufbau Helgolands.

1990 außer Dienst gestellt, erwarb die Schiffahrts-Compagnie Bremerhaven e. V. den Dampfeisbrecher für 48.000 D-Mark und überführte diesen zwischen dem 1. und 2. Juni des gleichen Jahres nach Bremerhaven, wo das Schiff restauriert und zu einem Museumsschiff umgebaut wurde. Eine ehrenamtliche Besatzung unterhält heute das in Stettin gebaute Traditionsschiff und steuerte es in den letzten Jahrzehnten auch wieder in die pommerschen Gewässer - so wie am 2. Juli 2018 in Stralsund.

Weitere Informationen: Schifffahrts-Compagnie Bremerhaven e. V. 


Die Stettiner Oderwerke wurden am 28. Januar 1903 durch Übernahme der zwei Jahre zuvor liquidierten Oderwerke Maschinenfabrik und Schiffbau AG in Grabow gegründet. Ihr Sitz war in der Gießereistraße. 17. Zwischenzeitlich beschäftigte die Werft in Stettin etwa 3.600 Arbeiter. Nach dem 2. Weltkrieg musste der Sitz der Gesellschaft zunächst nach Lübeck (1949) verlegt werden. Eine weitere Verlegung erfolgte 1950 nach Köln. Dort wurde sie 1961 schließlich liquidiert.



Übersichtskarte von Stettin:

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