Blick vom neuen Schiffshebewerk auf die
Wasserstraße Berlin-Stettin
Stettin / Niederfinow. Schon früh
entwickelte sich Berlin zum Umschlagplatz für den Verkehr zwischen Ost und
West. Bereits Anfang des 17. Jahrhunderts gab es deshalb Überlegungen, die
märkischen Wasserstraßen mit der Oder zu verbinden. 1620 gab es einen ersten
Versuch dazu und obgleich dieser im 30jährigen Krieg wieder als Kanal verfiel,
so blieb doch die Überzeugung, dass eine Wasserverbindung zwischen Elbe und
Oder notwendig ist.
Blick auf die Hebeanlage des neuen Schiffshebewerkes
Und so wundert es nicht, dass auch Friedrich der Große den Finowkanal trotz der beiden Schlesischen Kriege fertigstellen ließ. Der 1906 angelegte Großschifffahrtsweg Berlin-Stettin, der auch als Hohenzollernkanal bezeichnet wurde und den wir heute im Wesentlichen als Oder-Havel-Kanal kennen, hatte vor allem mit dem Bau des Schiffshebewerk Niederfinow im Jahre 1934 an Bekanntheit gewonnen. Da aber auch die Auslastung der Wasserstraße immer weiter zunahm, kam auch das bereits erwähnte Schiffshebewerk an seine Grenzen. Da dessen Troglänge auf 84 Meter begrenzt ist, können es Schiffe mit einer Länge von 110 Metern beispielsweise nicht passieren. Und auch die Trogwassertiefe entspricht mit seinen 2,00 Metern nicht mehr den heutigen Anforderungen.
Aus diesem Grunde wurde 1997 der Neubau des
Schiffshebewerkes Niederfinow Nord beschlossen. Erste Arbeiten dazu begannen im
Jahre 2006 und drei Jahre später erfolgte am 23. März 2009 die
Grundsteinlegung. Wie bei anderen Großprojekten gab es im Anschluss keinen finalen
Fertigstellungstermin. Hieß es zunächst, dass bereits 2017 eine erste
Schiffsdurchfahrt erfolgen sollte, wurde der Termin später auf 2021 verschoben. Allerdings konnte man sich bereits von der Leistungsfähigkeit des neuen
Schiffshebewerkes überzeugen: Es ist 54,55 Meter hoch, 46,40 Meter breit und
hat eine Länge von 133,00 Metern. Der höhenverstellbare Trog wird mit einer
Nutzbreite von 12,50 Metern und einer Nutzlänge von 115,00 Metern angegeben,
wobei der Behälter eine Tiefe von 4,00 Metern hat. Damit wird am Ende ein
Gewicht von 9.800 Tonnen (!) gehoben. Ab 2025 - so die gegenwärtige Planung -
soll das neu Schiffshebewerk seinen Vorgänger ersetzen.
Beeindruckende Technik der Hebeleistung von 9.800 Tonnen (!)
Damit dürften beide Schiffshebewerke auch zukünftig
Technikfreunde anlocken. Das alte Schiffshebewerk gilt zudem als
Industriedenkmal nach der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei
bewaffneten Konflikten und Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in
Deutschland.
Weitere Informationen: Schiffshebewerk Niederfinow
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